Mehr Ich! (Darf Mama das?)

Kürzlich fragte eine Freundin, selbst Mutter von drei Kindern, ob wir nicht mal wieder einen Wanderausflug machen wollen. So in großer Runde. Alles Frauen, Mamas. Ohne Kinder. (Und natürlich auch ohne Männer.) Erster Instinkt: juhuu! Zweiter Gedanke: puh, und die Kinder? Natürlich ist da ja mein Mann, also theoretisch ist die kinderbespaßung abgesichert, wenn er nicht gerade selbst Termine hat. Und trotzdem musste ich kurz schlucken. Im letzten Jahr war ich mit den Kindern sehr viel wandern, und habe das auch immer genossen. Stichwort gemeinsame Erlebnisse, quality time und so.
Aber ey, ist auch langsam mal gut mit Mama only und only Mama! Immerhin bin ich ja sonst quasi rund um die Uhr da. Dazu kommt, dass der Mann seine Ernährerrolle überwiegend abends und am Wochenende vollzieht – und ich dann logischerweise meine Freizeitaktivitäten zum Großteil mit Kindern absolviere.
Jedenfalls war es ein ganz wunderbarer Ausflug. Mit Gesprächen, zu denen man sonst nie kommt. Keine Unterbrechungen à la „du willst auf meinen Arm? Nein, wir machen nicht schon wieder Picknick-Pause. Ja, es ist noch weit. Nein, den Stock nehmen wir nicht mit und ich will den auch nicht tragen. Wo ist deine Mütze schon wieder hin?“ Man kennt das ja. Also, es ging durchaus auch mal um unsere Kinder, aber eben mit gesunder Distanz und nicht ausschließlich. Was tat das gut! Und hat mich auch gleich wieder in meinem Vorsatz für 2018 bestärkt.
Der lautet nämlich, wieder auch mal mehr für mich zu tun. So ganz persönlich, nur für mich. Meinem Hobby Chor wieder nachgehen, regelmäßig zum Sport, und wieder mehr Kultur erleben. Am nächsten Tag hab ich dann auch gleich mal Konzertkarten bestellt. Da ich weiß, dass der Mann sowas eh nicht mag, darf er Kinder-quality-time genießen, während ich dann hoffentlich fröhlich rumhüpfe oder begeistert lausche.
Die nächste Steigerung wäre dann wohl, auch wieder mehr Paarzeit einzuführen, aber dazu muss das kleine Mäuschen erstmal noch andere Babysitter neben uns akzeptieren. Wir arbeiten dran.
Jetzt freue ich mich also auf freie Abende – und habe trotzdem ein schlechtes Gewissen zuweilen. Weil schließlich ist im Alltagstrott zwischen Kita und Büro auch nicht so viel Zeit für Familie, und jetzt reduziere ich das noch mehr. Aber wisst ihr was? Ich denke, je besser es mir selbst geht, je ausgeglichener und zufriedener ich bin, weil ich mir auch selbst was gönne, umso mehr haben doch auch die anderen Familienmitglieder davon bzw. von mir. Mama happy, alle happy. Gilt vielleicht nicht uneingeschränkt, aber zumindest ist ein Stück Wahrheit dabei. Und deshalb lebe ich das jetzt ein bisschen mehr aus 🙂 wir sehn uns dann vielleicht mal wieder auf der Tanzfläche! 🙋

Mama Auszeit einfach mal raus Ausflug
Freizeit! Freude! Freiheit! Soll jeder Mama gegönnt sein, damit sie umso entspannter dem Alltag entgegentritt
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Schöner schenken. Mein Weihnachtshighlight.

Weihnachten ist ja nun auch wieder vorbei, und damit auch die jährliche Geschenkorgie oder Materialschlacht. Denn trotz des Vorsatzes, nur wenig und Sinnvolles zu schenken, um das Kind nicht zuzumüllen, waren die Berge eben doch wieder kleine Berge. Naja, aber zumindest gab es aus unserer Sicht viel Nützliches und Tolles – Bücher, Bastelsachen, ne Toniebox, ein Globus.

Worauf ich aber eigentlich hinaus will – heute scheint der Brei mal wieder besonders heiß – ist eine Inspiration für das aus meiner Sicht tollste Geschenk für die 5-jährige. Ihren Wissensdurst und Forscherdrang hab ich ja schon erwähnt. Und dass Zeit, die man miteinander verbringt, mit das wertvollste ist, wisst ihr auch alle. Also haben wir das kombiniert zu einem „Schnee-Forschertag-Paket“. In der stillen Hoffnung, dass wir in diesem Winter tatsächlich auch nochmal Schnee sehen, kann sie mit uns dieses Material ganz ausführlich erkunden. 

Schneeforscher
Alles Wichtige dabei im Paket für kleine Schneeforscher

Und was war nun drin im Paket? Das reichte von einem Bildband mit Schneeflockenvielfalt unterm Mikroskop und Schneeflocken-Scherenschnitt-Vorlagen über ein Schneemannbaukit, Schneeflockenstempel und Keksausstecher in Flockenform bis hin zu Zauberschnee, einer Lupe und Schneeaufbewahrungsglas sowie einer ultragenialen Schneeballzange. 

Wir hatten im Silvesterurlaub sogar das Glück, einige Tage im Schnee zu toben und zumindest die Schneeballzange ausgiebig zu testen. Der Rest wartete zu Hause, und nun freuen wir uns hier auf den Winter. Vielleicht holen wir uns nächstes Wochenende beim Skiweltcup in Dresden schon erste Winterstimmung ab, denn momentan ist das Wetter schon fast frühlingshaft. Aber das muss Anfang Januar zum Glück ja nichts heißen.

Die Schneeballzange im Einsatz: perfekt runde weiß-kalte Wurfgeschosse

Und was waren eure besten Verschenkungen und Geschenke zum letzten Weihnachtsfest? Oder verzichtet ihr gar völlig auf Geschenke? Ich muss zugeben, das könnte ich nicht – zu schön sind die strahlenden Gesichter, wenn man genau das Richtige überlegt und verpackt hat. Aber zum Glück ist der nächste Geburtstag noch etwas hin, und somit noch Zeit, das nächste Paket auszuknobeln und vorzubereiten. Ich freue mich auf eure Ideen!

Emotionen, die durchbrechen

Heute geht es mal um Zähne. Konkreter Anlass: Mein doch eigentlich noch kleines großes Töchterchen hat nach einem kurzzeitigen Zustand der Instabilität ihren ersten Milchzahn verloren. Ich bin vor allem überrascht und überrumpelt, dass dieses Thema jetzt schon – sie ist doch erst fünf und hat noch anderthalb Jahre Zeit bis zur Schule – so auf die Tagesordnung rückt. Aber eigentlich sind Zähne ja viel mehr als nur der Wechsel vom ersten auf das zweite Gebiss. 

Die Zähne sind oft Leidensdruck. So viele Babies plagen sich (und ihre Eltern!) mit dem Durchbrechen der ersten Beißerchen. Was für ein Drama, wenn mit viel Geschrei und glühenden Wangen das ersehnte Kauwerkzeug den Weg zur Beikost ebnet. Wobei, muss auch nicht – hier zum Beispiel wurde und wird trotz Zähnchen lange gestillt und war Essen erst sehr spät ein Thema. Und noch mehr Glück hatten wir: Während das große Kind schon zeitig Fahrkarten lochen konnte (die ersten Zähne mit vier Monaten, mit einem Jahr fast vollständiges Gebiss), kommen beim kleinen Kind die Zähne zwar später, aber ohne viel Gewese quasi fast über Nacht und dann auch gleich mal in Zweier- oder Dreier-Pack. Aber ich kenne viele Eltern, die beim zahnenden Baby quasi selbst auf dem Zahnfleisch kriechen, vor Erschöpfung und mit angespannten Nerven. 

Und es geht ja immer weiter. Sind die Beißerchen erst einmal da, ist Pflege unersetzlich. Und dann fallen die Dinger einfach wieder raus und der ganze Kreislauf geht von vorn los.

Zahnschmerzen sind ja echt die Hölle. Gibt es eine fiesere Qual? Ich bin sehr, sehr dankbar, von meinen Eltern eine wirklich gute Zahnsubstanz und Mundflora vererbt bekommen zu haben. Selbst die freiwillig auferlegte Selbstkasteiung mit einer Zahnspange im fortgeschrittenen Alter von 24 Jahren (sonst durchlebt man dieses Drama doch eher in der Pubertät) war im Nachhinein betrachtet nur finanziell eine Last.

Denn Zähne sind nun mal ein Hingucker. Das betrifft doch sowohl strahlend schöne, leuchtende und gerade Zähne im lächelnden Mund, aber auch verfärbte und krumme Kauleisten, von denen man (dann eher angewidert) kaum einen Blick wenden kann. Das Lächeln ist das persönliche Aushängeschild, und Zähne gehören nunmal unwiderruflich dazu. 

Und dann, im Alter, sorgt man sich ob der immensen Kosten für die Dritten. Mal abgesehen davon, wie viele Menschen in meinem Umfeld durchaus ernste Zahnarztphobien haben und Angstpatienten sind. Bisher sind unsere Kinder aber auf einem guten Weg, das Thema Zahnarzt nicht als Problem anzusehen. Geputzt wird, nach zugegebenermaßen anfänglichen Schwierigkeiten und Protesten, ordentlich und gründlich, bisher ist der Zahnarzt sehr zufrieden. Und ich hoffe, die guten Gene haben sich auch bei ihnen durchgesetzt.

Momentan kämpfen wir aber auch noch an ganz anderer Front. Ich habe das Gefühl, durch den ausgefallenen Zahn finden plötzlich auch ganz andere Emotionen ihren Weg nach draußen. Große Vermissungsanfälle, Tränenbegleitete abendliche Angstzustände, vulkanausbruchsgleiche Wutanfälle aus dem Nichts, trotzige Sturkopfigkeit und lautstarke Vehemenz … Ich schätze mal, wir sind jetzt angekommen in der berüchtigten „Zahnlückenpubertät“!

Zum Glück kam die Milchzahndose genau pünktlich an.

Weihnachtsstimmung? Hier stimmt noch nichts

Achtung, dieser Text ist schon zwei Tage alt, aber noch immer hoch aktuell.

Überall um uns herum hängt schon die Deko, nur bei uns nicht :-/

Verdammt, jetzt ist ja schon Dezember. Wie jedes Jahr scheint die Zeit Richtung Jahresende hin schneller zu verlaufen – gerade noch über Lebkuchen im Supermarktregal im September aufgeregt, und schon mitten im Advent. 

Eigentlich mag ich diese Adventszeit ja sehr. Vor allem die Lichter, die die dunklen Tage so viel gemütlicher machen. Der unverwechselbare Duft nach Gewürzen, Orangen, Räuchermännchen, Plätzchen, Glühwein. Hmm. Wenn man sich dem in aller Besinnlichkeit hingeben könnte, wäre es perfekt. Aber stattdessen: Hektik, Termindruck, Überbuchung. Wichtige, weil gewollte und gewünschte und längst überfällige Treffen mit Freunden oder Familie („so wie jedes Jahr“ und „endlich noch vor Weihnachten“), Chorauftritte, Weihnachtsfeiern, zwischendurch noch ne Hochzeit. Da wird es im Terminkalender schnell eng. Ich frage mich jetzt schon, wann ich denn mal die Deko aufbaue. Damit auch wirklich Stimmung aufkommt und die vier Wochen Advent nicht ungenutzt verstreichen, muss es jetzt sein. Der Mann soll den Baum besorgen – hier steht noch nüscht. Zweige, Kerzen, neue Lichter oder Kugeln brauch ich auch noch. Wäre ja doof, wenns jedes Jahr gleich aussieht. Womöglich merkt das jemand bei insta. Eigentlich müsste man was selbst basteln. Die Kinder sollen den Wahnsinn mal schön selbst miterleben. Aber ich werde nur wahnsinnig, wenn schick sich in Grenzen hält und Saustall am Ende übrig bleibt. Und ein paar vorzeigbare Weihnachtsfotos für die Weihnachtsgrüße wollen auch geknipst, gedruckt, versendet werden. Zumindest ist die Idee in meinem Kopf.  Dann will der Nachwuchs auch noch was zum Nikolaus – ich brauch Schuhcreme für den Arbeitsanteil. Und Einkaufszeit für den Füllanteil. Und ne neue to-do-Liste für den ganzen Aufgabenrest.

Eigentlich selbst Schuld, sich so unter Druck zu setzen, oder? Und trotzdem falle ich immer wieder ins gnadenlose Hamsterrad. Da hilft vielleicht nur: Glühwein und Schokolade. Nix basteln, nur kaufen. Und möglichst wenig auf Instagram oder Pinterest die Fremddeko beneiden. Prost, ihr Süßen!

Hello working mom! Spagat ist meine Tugend.

Könnte man so sehen, wenn man an meinem Platz im Büro säße

Seit zwei Wochen bin ich wieder drin in meinem Hamsterrad. Also nein, das ist vielleicht falsch ausgedrückt. Ich tue wieder etwas Sinnvolles? Naja, das letzte Jahr war aber eigentlich auch ziemlich sinnvoll 😉 Also wie auch immer: Ich arbeite wieder! Im Büro und so. Und damit sehen die Tage nun so aus: morgens hoffen, dass man die Chance hat, allein ins Bad zu kommen. Klappt nicht immer, wenn das Babykind zu unruhig ist und an mir kleben möchte. Dann muss sie gleich mit. Sonst habe ich zumindest eine Viertelstunde für mich. Meine 15 Minuten … äh … Ruhm nicht, aber Ruhe. Dann geht’s ans Kinder wecken. Beim Zwerg ein echtes Vergnügen – die wird wach, lächelt, setzt sich hin und los geht’s. Die Motte ist da schwieriger und muss durchaus mit Worten und Kitzeleien aus dem Bett komplimentiert werden. Oft ein Mittel: Der Wettlauf ins Bad. Sie gewinnt IMMER. Der Ladeprozess in der Nasszelle muss mal ein eigenes Kapitel werden, soviel Platz ist jetzt nicht. Irgendwann sitzt dann der weibliche Teil der Familie am Frühstückstisch und das Jonglieren fängt an. Hier nen Tee kochen, dort Marmelade auf die Stulle schmieren, an anderer Stelle Bananenstückchen reichen, wieder anderswo ein eigenes Brot zubereiten, plötzlich Kind auf dem Schoß statt im Kindersitz, nebenan ist die Milch umgekippt, und der Blick auf die Uhr verbreitet innerlich Panik. Zumindest habe ich momentan noch den Deal mit dem Morgenmuffel-Mann, dass er morgens den Familienchauffeur macht und sowohl Kita als auch Büro ansteuert. Das spart wertvolle Minuten, denn trotz Rush hour sind wir so schneller als sonst üblicherweise mit Bahn und Tram. Puh! 

Nächster Akt: Anziehen 😭 Wer hat nochmal kalte Jahreszeiten erfunden, wo man so viele Klamotten und Schuhe anziehen muss? Die Kinder gebärden sich täglich, als werden sie gefoltert. Alleine anziehen ist sowieso Utopie aus dem Erziehungsratgeber. Zum Glück haben wir erstens verständnisvolle Nachbarn (weil auch Eltern) und zweitens gibt es auch immer wieder mal Lichtblicke, in denen die Gören schicksalsergeben mitspielen. Ich habe noch Hoffnung, dass die Schulzeit entspannter morgens wird … 

Einmal on the road, flutscht dann alles. Hatte ich nicht letztens noch vom Drama Autofahren berichtet? Hier herrscht große Erleichterung, denn ein neuer Kindersitz hat endlich, endlich Abhilfe geschaffen und jetzt macht das Baby sogar fast einen glücklichen Eindruck beim fahren. *tausendsteinefallenvomherzen 

Mit dieser Variante schaffe ich es tatsächlich pünktlich ins Büro, um hier mein zweites Leben zu absolvieren. Ehrlich, ich gehe gern arbeiten. Ich habe ein wundervolles Team, tolle Chefinnen, einen Job der mir wirklich Spaß macht, eine echt leckere Kantine (nach einem Jahr ständigem selbst-versorgen-müssen weiß ich das WIRKLICH zu schätzen!) und spannende Projekte. Yeah! Und ich fühle mich gut dabei. Ich weiß meine Kinder in besten Händen, unsere Kita ist große Klasse. Eigenbetreuung bis zum Kindergarten oder gar bis zur Schule ist definitiv nicht mein Ding. Ich liebe ja meine Kinder, aber das ständige fordern kratzt zuweilen auch an meinen Nerven. Und ich könnte sie nie so fördern, wie sie es mit gleichaltrigen unter professioneller Begleitung erfahren. Also tu ich das, was ich kann und mag. Und nicht zu vergessen: der finanzielle Aspekt, denn working mom will sich ja auch mal was leisten. 😉 Trotz großer Arbeitsliebe und viel zu tun, bin ich für eine Weile noch Teilzeit für 30 Stunden. Das gibt mir ein gutes Gefühl, für meine Kinder doch noch Zeit übrig zu haben, und gleichzeitig genug Raum, mich auch beruflich auszuleben. Und wenn sich alles eingegroovt hat, bin ich auch wieder fulltime working mom. Aber noch genieße ich es, schon am Nachmittag zu gehen (zu meiner „zweiten Schicht“) und versuche dabei, kein schlechtes Gewissen zu haben, weil die anderen noch mittendrin sind im work flow. 

Denn auch bei mir ist der Nachmittag nicht Feierabend. Kinder holen, Einkäufe erledigen, Termine absolvieren, Kinder bespaßen, das richtige Essen zur richtigen Zeit servieren (tägliche Gratwanderung!), optisch und mental den Schlafmodus beim Nachwuchs forcieren, über die Anzahl der möglichen yakari-Folgen verhandeln, stillen, vorlesen, den Tisch und die Sachen für den nächsten Morgen vorbereiten und vielleicht auch nochmal mit dem Mann kommunizieren. Okay, das übliche halt. Nennt sich Familie. Und es ist toll, wenn dann endlich gegen neun Ruhe einkehrt, ich zu kaputt bin für Dinge, die eigentlich noch zu erledigen wären (Notiz: Muss dringend Netflix abonnieren), und dann irgendwie doch mit den Kindern ins Bett falle. Zum Glück ist das Baby ein recht guter Schläfer und unterbricht die Nächte wenig und kurz. Aber noch ist jede Nacht erträglich und mit Schlaf verbunden. Hurra – bis das Spiel von vorn los geht. Täglicher Wahnsinn also. Kennt ihr? Darauf ne Ghetto-Faust*.
*Da gibt’s bestimmt auch ein Wort in Jugendsprache dafür, muss ich mal recherchieren …😂

Gedanken zur Nacht.


​Heute ist wieder Einiges liegen geblieben über den Tag. Auch, weil die Kleine zur Zeit ständig auf den Arm will und an mir klebt wie alter Kaugummi. Naja, mache ich eben, wenn die Kids schlafen, denke ich mir so. Der Unterschied zur Theorie meldet sich gefühlte fünf Minuten, nachdem ich das Zimmer verlassen hab. Unruhig jammert die Kleine im Bett. Also wieder dazugelegt. Und während sie stillt, suchen ihre Finger meine Hand und halten sich daran fest. Ihr Atem wird ruhiger und friedlich liegt sie ganz nah bei mir. Auf der anderen Seite höre ich das leise Schnarchen der großen Schwester, die dabei ihren Fuß an mein Bein schiebt. Und dann denke ich: Es ist doch Alles gut! Genau so, wie es ist! Dieser Moment, diese Nähe und Vertrautheit, diese Liebeliebeliebe – was gibt es Besseres? Gute Nacht!

Hexen-Lese-Liebe

Seit ungefähr zwei Jahren verlangt das große Kind fast täglich, dass wir ihr vorlesen. Inzwischen haben sich eine Menge unterschiedlichster Bücher bei uns angesammelt. Neben Märchen-Klassikern und pixie-Büchern als Lesestoff-to-go auch verschiedene Geschichtenwelten. Seit Mitte letzten Jahres ist uns dabei eine Figur sehr ans Herz gewachsen: Petronella Apfelmus. 
Hexengeschichten und andere magische Erzählungen sind sowieso sehr beliebt in diesem Alter. Aber diese kleine Apfelhexe bzw. ihre Bücher sind wirklich große Klasse. Selbst wir Erwachsenen waren so gespannt, wie es weitergeht, dass wir uns entweder ums Vorlesen stritten, oder aber heimlich schonmal weiter gelesen haben, um nichts zu verpassen. Der vierte Band erschien letztes Jahr am Geburtstermin der kleinen Tochter, und war schon lange vorbestellt und deshalb ins Büro geliefert worden. Ich saß also mit Wehen im Auto, während der Göttergatte schnell die Sendung abholte, um das große Kind während des vorauszusehenden ohne-Mama-Wochenendes zu beschäftigen. 

Vor wenigen Wochen erschien nun Band 5 und ist natürlich schon längst mindestens dreimal durchgelesen. Zeit, euch die Serie hier einmal kurz vorzustellen. 

Titelheldin ist die bereits erwähnte Petronella Apfelmus sowie ein Zwillingspärchen – Lea und Luis -, die zufällig zu Nachbarn werden. Die kleine Hexe lebt nämlich in einem alten Obstgarten an einer Mühle, in die die Kinder mit ihren Eltern einziehen und sich hier im Laufe der Geschichten ein neues Zuhause einrichten. Besonders schön finden wir die Verbindung der echten Realität mit der magischen Welt. Das funktioniert ja auch bei Harry Potter ganz prima, nur für diese geschichtenwelt ist unsere Tochter noch zu jung. Petronella und die Kinder erleben nun also allerlei Abenteuer – vom zauberhaften Apfelkuchenrezept über einen magischen Zirkus, cholerischen Ex-Chefs und wilden Wetterkapriolen bis zu frechen Wichtelstreichen und fiesen Waldschratbegegnungen. Mit dazu gehören Petronellas bester Freund, ein Hirschkäfer, sowie die Apfelmännchen, eine Art Stockmänner-Gruppe mit Hausmeisterfähigkeiten. Im Grunde geht es um Freundschaft, Mut und eine  Portion Magie im Alltag, die wohl jeder gut gebrauchen könnte.

Die Erzählsprache ist super locker-leicht, es liest sich ganz wunderbar vor, gaukelt keine seltsame Jugendsprache vor und auch die begleitenden Illustrationen werden vom Kind ausgiebig studiert. Wir sind jedenfalls restlos begeistert und hoffen auf noch weitere Apfelhexenabenteuer. 

Autorin: Sabine Städing 

Illustrationen: Sabine Büchner 

Petronella Apfelmus 

Band 1: Verhext und festgeklebt.

Band 2: Zauberschlaf und Knallfroschchaos.

Band 3: Schneeballschlacht und Wichtelstreiche.

Band 4: Zauberhut und Bienenstich.

Band 5: Hexenbuch und Schnüffelnase.

Die Einmischer.

Letztens, es war ein Sonntag Abend und ich kam mit den Kindern vom Besuchswochenende, mussten wir noch schnell im Bahnhofssupermarkt eine Kleinigkeit besorgen. Die Kassen wie immer mit ewig langen Schlangen, denn immer(!) wollen alle sonntags einkaufen. Aber warum auch nicht, wenn es denn geht in der großen Stadt. Natürlich ist anstehen und warten blöd. Fand auch das Baby irgendwann und wurde quengelig. Aus der Nachbarschlange ließ ein Kommentar tatsächlich nicht lange auf sich warten: (Richtung Baby) „Ach du ärmstes, kein Wunder, dass du weinst, wenn dich deine Mutter hierher schleppt wegen ein paar Beeren. Früher waren die Kinder um diese Zeit ja schon im Bett, aber früher zählt heute ja nicht mehr.“ Hatte ich im ersten Moment noch vermutet, dass sich jemand ernsthaft sorgt, fühlte ich mich stattdessen an den Pranger gestellt und als schlechte Mutter verurteilt. Äh, hallo?!? Geht’s noch? Was will die denn jetzt von mir??!

Leider bin ich nicht schlagfertig genug gewesen in diesem Moment. Ja, das quengeln ist nicht schön, aber in der Schlange stehen macht niemandem Spaß, erst recht nicht, wenn in einer Trage die Bewegung eingeschränkt ist und man nicht einfach rumlaufen kann. Ja, es war abends. Fünf Minuten nach sechs. Fünfzehn Minuten von zu hause entfernt, wo schon das Abendbrot wartete. Auf Kinder, die sowieso meist kaum vor 20 Uhr schlafen. Kann die Trulla ja nicht wissen, hat sie aber ja auch gar nicht interessiert. Ich werde trotzdem wütend und kann meinen roten Kopf noch fühlen, wenn ich an diese Worte denke. 

Anderer Tag, ähnliches Szenario: Mit einem guten Freund und unseren Kindern sind wir in der Bahn auf dem Heimweg. Es ist ein sonniger, trockener Tag. Die Kinder klettern auf die Sitze, um besser auf dem Fenster sehen zu können. Kniend. Und trotzdem kommt schon kurz darauf eine ältere Dame auf uns zu, um uns zu belehren, dass die Schuhe doch nichts auf dem Sitz zu suchen hätten. Ebenfalls: Äh, hallo?! Ja, waren sie ja auch längst nicht mehr, nur während des Raufkletterns, ohne Dreck zu hinterlassen. :-/ Und trotzdem hielten die Belehrungen an, bis wir zwei Haltestellen später wieder ausstiegen. 

Warum trifft es einen als Mutter (oder Vater?) so, wenn jemand eine Meinung über unsere Erziehung äußert? Sollte man nicht dankbar sein über jeden, der nicht einfach weg schaut? Es hieß doch, für die Erziehung eines Kindes brauche es ein ganzes Dorf. 

Grundsätzlich finde ich es gut, wenn es jemanden interessiert, wenn sich jemand für seine Mitmenschen interessiert. ABER: 1. Der Ton macht die Musik! Eine ehrliche Nachfrage, ob das Kind wegen der eventuellen (!) Müdigkeit jammert, hätte ein positives Gespräch in Gang bringen können. Unterstellungen, Anklagen, sogar Beleidigungen von Fremden sind absolut überflüssig. Selbst wenn ein guter Gedanke dahinterstecken könnte, geht der Schuß einfach mal nach hinten los. 2. Wir sind es auch schlicht nicht mehr gewöhnt, dieses Dorf. Weder als Mutter/Vater, noch als Mitmensch. Fehlt deshalb die Sensibilität, das konstruktive an Kritik? Immerhin hat mich die Dame zum Nachdenken gebracht – allerdings nicht über mein vermeintlichen Fehlverhalten, sondern über ihr Verhalten. 3. Es gibt echt solche Typen, die müssen immer und überall ihren Senf dazugeben und wissen alles besser. Bäh. Und nehmen auch nur ihre Sicht der Dinge wahr. Wollen auch nicht andere Meinungen hören. In anderen Ländern nennt man sie vielleicht Trump? Da hilft nur weghören und drüberstehen. (Und hinterm Rücken ne lange Nase machen oder Zunge rausstrecken … für die Seele!)

Glotz nicht so!

„Mama, sind meine Augen schon viereckig?“ „Oh mein Schatz, lass mich mal schauen. Hmm, für heute machen wir mal lieber aus und gehen ins Bett.“ Tja, die Mär von den viereckigen Augen ist ein Versuch, den Fernsehkonsum beim Kinde einzudämmen. Wo bestimmt schon manche aufschreien – Kind und Fernsehen?!? Ja, meine Kinder dürfen das. Und ehrlich, es gibt Situationen, wo ich mich ernsthaft frage, wie unsere Eltern das damals gemacht haben, so weitestgehend ohne TV (ich armes Ost-Kind!). Zum Beispiel, wenn ich mit den Kindern abends allein bin, das Baby fertig mache und ins Bett bringe, während die Große noch kika schauen darf. Oder wenn draußen kein Wetter ist, und wir keinem Bock auf Matschsachen und auch kein Globetrotter-Goretex-Jahresabo haben. Dann gibt’s auch mal als Highlight ne Runde Kino mit den vorhandenen DVDs. Gut, das sind vielleicht akzeptable Ausnahmen. Trotzdem beichte ich hiermit, dass tatsächlich ein wenig Fernsehen zu unserem täglichen Abendritual gehört. Natürlich pädagogisch vertretbare Sender wie Kika oder SuperRTL. 😉 Cartoons und Kindersendungen sind für mich okay. Manches ist skurril und sehr phantastisch (fliegende Einhörner! Sprechende geisterjagende Hunde! Singende Streifenhörnchen! Drachen!), aber schöne, harmlose Impulse für die kindliche Fantasie. Und wenn mir mein Kind dann altklug erklärt, dass das Wichtigste an Freundschaft ist, such niemals im Stich zu lassen, dann kann es ja nicht so viel Unsinn dabei gelernt haben. 

Wann fing das eigentlich an? Als die Große noch ganz zwergig war, bekam ich von einer Freundin den Tipp, Fingernägel schneiden (viele Eltern kennen diesen Horror der sich windenden Kinder!) mit einer Folge Kleiner Maulwurf plötzlich ganz ruhig zu meistern. Läuft! Dann kam noch die Sendung mit der Maus, und Zack!, war die Bedeutung der großen Kiste im Schrank bzw. des kleinen Tablets auch geklärt. 

Mittlerweile gehören auch kindgerechte Nachrichten und Dokus zum Programm. Ich merke förmlich, wie das wissbegierige Kind das alles wie ein Schwamm aufsaugt und mir dann auch immer brav das Wetter für den nächsten Tag berichtet. So ein bisschen Geografie (Wo leben wir denn?) und Zeitempfinden (Was ist morgen?) schadet ja nicht. Natürlich ergeben sich daraus auch zahlreiche neue Fragen, Stichwort „Mama, weißt du“… 

Aber zurück zu den viereckigen Augen. Denn natürlich will das Kind oft mehr als gut ist. Der rote Ausschaltknopf führt regelmäßig zu Diskussionen und Theater. Hier hilft da leider nicht viel außer hart bleiben und aushalten. Ich will weder die Nacht ewig rauszögern noch gänzlich auf die Erleichterung des „Kind-vorm-Fernseher-parkens“ verzichten. Den richtigen Mittelweg muss jeder für sich selbst finden. Wir lesen nämlich ganz oft auch noch abends vor. Ohne TV. Den Stiefel „Rabenmutter“ ziehe ich mir also nicht an, sondern erziehe mein Kind weiterhin multimedial. Und freue mich heimlich, wenn einige der Kinderserien auch mir Spaß machen 😉 

Wenn nur die Fahrt nicht wär

Gerade sind wir im lang ersehnten Familienurlaub. Und da wir mal richtig raus mussten, weil Oma und Opa uns zu wenig echte Luftveränderung und Abstand vom Alltag verhießen, ist es nun also das Nachbarland geworden, in dem wir uns familiär tummeln. Eigentlich ein Katzensprung mit den sechs Stunden Fahrt – wenn nur die Fahrt nicht wäre. Denn das Baby HASST Autofahren. 

Das Auto an sich ist ihr wahrscheinlich schnurz, aber die Fixierung in der Babyschale ist seit dem Moment, als sie sich krabbelnderweise durch die Welt bewegte, der absolute Horror. Und nun leiden wir mit. Die Rollenverteilung in der Familienkutsche ist bereits soweit angepasst worden, dass ich nunmehr bei der Motte hinten sitze, um rechtzeitig zu intervenieren. Spielzeug, singen, mitschreien, Musik, sogar Spiegel an der Rückbank haben bisher nichts gebracht. Wer jetzt meint, so schlimm kann das doch nicht sein und die beruhigt sich doch irgendwann schon. Äh nee. Es ist schlimmer. Sie beruhigt sich nicht. Sie schreit sich so in Rage, bis sie kaum noch Luft bekommt und total verschwitzt ist. Die Verzweiflung ist greifbar. 😦 

Seit den ersten Anzeichen haben wir alle notwendigen Fahrten möglichst auf die Schlafenszeit gelegt. Blöd nur, dass mit fortschreitendem Alter die Schlafpausen weniger und kürzer werden. Den 8-stündigen Autoweg zum Skiurlaub habe ich größtenteils mit der Bahn bestritten. Überhaupt bin ich seit jeher Fan des ÖPNV und nutze, wo es nur geht, Zug und Bahn. 

Aber jetzt wollten wir doch auch mal wie eine ganz normale Familie gemeinsam in den Urlaub fahren. Mimimimimimi! Ach ja, ganz schlaue Mitmenschen meinen sicher, dass die nächste Kindersitzstufe, nach vorn gerichtet, helfen würde, weil dann können sie ja was sehen. Äh auch nein. Weil zu klein. Unser Kind ist nunmal sehr zart, und ja, den Sitz von Kind 1 haben wir auch schon rausgesucht und getestet. Noch schlimmeres Inferno, falls das überhaupt noch geht. Wir haben so einen mit Fangkörper, und die Motte ragte nur noch mit dem Köpfchen heraus. Da würde ich aber auch heulen! Neuer Kindersitz ist jetzt gerade auch nicht drin. 

Also griffen wir zum letzten möglichen Mittel – und fuhren über Nacht. Zwischen Packlisten, Kofferchaos und Taschentetris war dieses Fahrtthema meine größte Sorge. Und dazu kommt ja auch: Wann denn nun am besten los? Wir konnten ja auch erst mittags in die Unterkunft. Damit wir nicht die halbe Nacht auf einem kalten Autobahnrastplatz im nirgendwo sitzen, entschlossen wir uns zum Start mitten in der Nacht. Dann könnten alle gemütlich daheim einschlafen, wir fahren mal fix rüber und wären morgens da, könnten was frühstücken gehen und dann ins Quartier. Soweit der Plan.

Glücklicherweise hat es doch tatsächlich fast funktioniert. Natürlich ist das Baby beim Umschichten von Bett in Babyschale wach geworden. Aber zu unserer Erleichterung dann so nach ner halben Stunde Fahrt weitgehend ohne Geschrei auch wieder eingeschlafen. Ich musste immer wieder mal stillen, um den Schlaf zu verlängern (wie eben auch im heimischen Bett), aber es hat funktioniert. Freudentanz! Die etwa 10-minütige Fahrt vom Frühstücksort zur Unterkunft war dann wieder völlig normal unter laut brüllendem Protest. Halleluja, das Kind ist wie immer! Wir freuen uns schon auf die Rückfahrt! #Ohrenstöpselsindauchkeinelösung  Diesmal wagen wir mal die erste Nachthälfte als Fahrtzeit. Soll ja angeblich die ruhigere Schlafzeit der Kleinen sein …