Weihnachtsstimmung? Hier stimmt noch nichts

Achtung, dieser Text ist schon zwei Tage alt, aber noch immer hoch aktuell.

Überall um uns herum hängt schon die Deko, nur bei uns nicht :-/

Verdammt, jetzt ist ja schon Dezember. Wie jedes Jahr scheint die Zeit Richtung Jahresende hin schneller zu verlaufen – gerade noch über Lebkuchen im Supermarktregal im September aufgeregt, und schon mitten im Advent. 

Eigentlich mag ich diese Adventszeit ja sehr. Vor allem die Lichter, die die dunklen Tage so viel gemütlicher machen. Der unverwechselbare Duft nach Gewürzen, Orangen, Räuchermännchen, Plätzchen, Glühwein. Hmm. Wenn man sich dem in aller Besinnlichkeit hingeben könnte, wäre es perfekt. Aber stattdessen: Hektik, Termindruck, Überbuchung. Wichtige, weil gewollte und gewünschte und längst überfällige Treffen mit Freunden oder Familie („so wie jedes Jahr“ und „endlich noch vor Weihnachten“), Chorauftritte, Weihnachtsfeiern, zwischendurch noch ne Hochzeit. Da wird es im Terminkalender schnell eng. Ich frage mich jetzt schon, wann ich denn mal die Deko aufbaue. Damit auch wirklich Stimmung aufkommt und die vier Wochen Advent nicht ungenutzt verstreichen, muss es jetzt sein. Der Mann soll den Baum besorgen – hier steht noch nüscht. Zweige, Kerzen, neue Lichter oder Kugeln brauch ich auch noch. Wäre ja doof, wenns jedes Jahr gleich aussieht. Womöglich merkt das jemand bei insta. Eigentlich müsste man was selbst basteln. Die Kinder sollen den Wahnsinn mal schön selbst miterleben. Aber ich werde nur wahnsinnig, wenn schick sich in Grenzen hält und Saustall am Ende übrig bleibt. Und ein paar vorzeigbare Weihnachtsfotos für die Weihnachtsgrüße wollen auch geknipst, gedruckt, versendet werden. Zumindest ist die Idee in meinem Kopf.  Dann will der Nachwuchs auch noch was zum Nikolaus – ich brauch Schuhcreme für den Arbeitsanteil. Und Einkaufszeit für den Füllanteil. Und ne neue to-do-Liste für den ganzen Aufgabenrest.

Eigentlich selbst Schuld, sich so unter Druck zu setzen, oder? Und trotzdem falle ich immer wieder ins gnadenlose Hamsterrad. Da hilft vielleicht nur: Glühwein und Schokolade. Nix basteln, nur kaufen. Und möglichst wenig auf Instagram oder Pinterest die Fremddeko beneiden. Prost, ihr Süßen!

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Hello working mom! Spagat ist meine Tugend.

Könnte man so sehen, wenn man an meinem Platz im Büro säße

Seit zwei Wochen bin ich wieder drin in meinem Hamsterrad. Also nein, das ist vielleicht falsch ausgedrückt. Ich tue wieder etwas Sinnvolles? Naja, das letzte Jahr war aber eigentlich auch ziemlich sinnvoll 😉 Also wie auch immer: Ich arbeite wieder! Im Büro und so. Und damit sehen die Tage nun so aus: morgens hoffen, dass man die Chance hat, allein ins Bad zu kommen. Klappt nicht immer, wenn das Babykind zu unruhig ist und an mir kleben möchte. Dann muss sie gleich mit. Sonst habe ich zumindest eine Viertelstunde für mich. Meine 15 Minuten … äh … Ruhm nicht, aber Ruhe. Dann geht’s ans Kinder wecken. Beim Zwerg ein echtes Vergnügen – die wird wach, lächelt, setzt sich hin und los geht’s. Die Motte ist da schwieriger und muss durchaus mit Worten und Kitzeleien aus dem Bett komplimentiert werden. Oft ein Mittel: Der Wettlauf ins Bad. Sie gewinnt IMMER. Der Ladeprozess in der Nasszelle muss mal ein eigenes Kapitel werden, soviel Platz ist jetzt nicht. Irgendwann sitzt dann der weibliche Teil der Familie am Frühstückstisch und das Jonglieren fängt an. Hier nen Tee kochen, dort Marmelade auf die Stulle schmieren, an anderer Stelle Bananenstückchen reichen, wieder anderswo ein eigenes Brot zubereiten, plötzlich Kind auf dem Schoß statt im Kindersitz, nebenan ist die Milch umgekippt, und der Blick auf die Uhr verbreitet innerlich Panik. Zumindest habe ich momentan noch den Deal mit dem Morgenmuffel-Mann, dass er morgens den Familienchauffeur macht und sowohl Kita als auch Büro ansteuert. Das spart wertvolle Minuten, denn trotz Rush hour sind wir so schneller als sonst üblicherweise mit Bahn und Tram. Puh! 

Nächster Akt: Anziehen 😭 Wer hat nochmal kalte Jahreszeiten erfunden, wo man so viele Klamotten und Schuhe anziehen muss? Die Kinder gebärden sich täglich, als werden sie gefoltert. Alleine anziehen ist sowieso Utopie aus dem Erziehungsratgeber. Zum Glück haben wir erstens verständnisvolle Nachbarn (weil auch Eltern) und zweitens gibt es auch immer wieder mal Lichtblicke, in denen die Gören schicksalsergeben mitspielen. Ich habe noch Hoffnung, dass die Schulzeit entspannter morgens wird … 

Einmal on the road, flutscht dann alles. Hatte ich nicht letztens noch vom Drama Autofahren berichtet? Hier herrscht große Erleichterung, denn ein neuer Kindersitz hat endlich, endlich Abhilfe geschaffen und jetzt macht das Baby sogar fast einen glücklichen Eindruck beim fahren. *tausendsteinefallenvomherzen 

Mit dieser Variante schaffe ich es tatsächlich pünktlich ins Büro, um hier mein zweites Leben zu absolvieren. Ehrlich, ich gehe gern arbeiten. Ich habe ein wundervolles Team, tolle Chefinnen, einen Job der mir wirklich Spaß macht, eine echt leckere Kantine (nach einem Jahr ständigem selbst-versorgen-müssen weiß ich das WIRKLICH zu schätzen!) und spannende Projekte. Yeah! Und ich fühle mich gut dabei. Ich weiß meine Kinder in besten Händen, unsere Kita ist große Klasse. Eigenbetreuung bis zum Kindergarten oder gar bis zur Schule ist definitiv nicht mein Ding. Ich liebe ja meine Kinder, aber das ständige fordern kratzt zuweilen auch an meinen Nerven. Und ich könnte sie nie so fördern, wie sie es mit gleichaltrigen unter professioneller Begleitung erfahren. Also tu ich das, was ich kann und mag. Und nicht zu vergessen: der finanzielle Aspekt, denn working mom will sich ja auch mal was leisten. 😉 Trotz großer Arbeitsliebe und viel zu tun, bin ich für eine Weile noch Teilzeit für 30 Stunden. Das gibt mir ein gutes Gefühl, für meine Kinder doch noch Zeit übrig zu haben, und gleichzeitig genug Raum, mich auch beruflich auszuleben. Und wenn sich alles eingegroovt hat, bin ich auch wieder fulltime working mom. Aber noch genieße ich es, schon am Nachmittag zu gehen (zu meiner „zweiten Schicht“) und versuche dabei, kein schlechtes Gewissen zu haben, weil die anderen noch mittendrin sind im work flow. 

Denn auch bei mir ist der Nachmittag nicht Feierabend. Kinder holen, Einkäufe erledigen, Termine absolvieren, Kinder bespaßen, das richtige Essen zur richtigen Zeit servieren (tägliche Gratwanderung!), optisch und mental den Schlafmodus beim Nachwuchs forcieren, über die Anzahl der möglichen yakari-Folgen verhandeln, stillen, vorlesen, den Tisch und die Sachen für den nächsten Morgen vorbereiten und vielleicht auch nochmal mit dem Mann kommunizieren. Okay, das übliche halt. Nennt sich Familie. Und es ist toll, wenn dann endlich gegen neun Ruhe einkehrt, ich zu kaputt bin für Dinge, die eigentlich noch zu erledigen wären (Notiz: Muss dringend Netflix abonnieren), und dann irgendwie doch mit den Kindern ins Bett falle. Zum Glück ist das Baby ein recht guter Schläfer und unterbricht die Nächte wenig und kurz. Aber noch ist jede Nacht erträglich und mit Schlaf verbunden. Hurra – bis das Spiel von vorn los geht. Täglicher Wahnsinn also. Kennt ihr? Darauf ne Ghetto-Faust*.
*Da gibt’s bestimmt auch ein Wort in Jugendsprache dafür, muss ich mal recherchieren …😂

Gedanken zur Nacht.


​Heute ist wieder Einiges liegen geblieben über den Tag. Auch, weil die Kleine zur Zeit ständig auf den Arm will und an mir klebt wie alter Kaugummi. Naja, mache ich eben, wenn die Kids schlafen, denke ich mir so. Der Unterschied zur Theorie meldet sich gefühlte fünf Minuten, nachdem ich das Zimmer verlassen hab. Unruhig jammert die Kleine im Bett. Also wieder dazugelegt. Und während sie stillt, suchen ihre Finger meine Hand und halten sich daran fest. Ihr Atem wird ruhiger und friedlich liegt sie ganz nah bei mir. Auf der anderen Seite höre ich das leise Schnarchen der großen Schwester, die dabei ihren Fuß an mein Bein schiebt. Und dann denke ich: Es ist doch Alles gut! Genau so, wie es ist! Dieser Moment, diese Nähe und Vertrautheit, diese Liebeliebeliebe – was gibt es Besseres? Gute Nacht!

Hexen-Lese-Liebe

Seit ungefähr zwei Jahren verlangt das große Kind fast täglich, dass wir ihr vorlesen. Inzwischen haben sich eine Menge unterschiedlichster Bücher bei uns angesammelt. Neben Märchen-Klassikern und pixie-Büchern als Lesestoff-to-go auch verschiedene Geschichtenwelten. Seit Mitte letzten Jahres ist uns dabei eine Figur sehr ans Herz gewachsen: Petronella Apfelmus. 
Hexengeschichten und andere magische Erzählungen sind sowieso sehr beliebt in diesem Alter. Aber diese kleine Apfelhexe bzw. ihre Bücher sind wirklich große Klasse. Selbst wir Erwachsenen waren so gespannt, wie es weitergeht, dass wir uns entweder ums Vorlesen stritten, oder aber heimlich schonmal weiter gelesen haben, um nichts zu verpassen. Der vierte Band erschien letztes Jahr am Geburtstermin der kleinen Tochter, und war schon lange vorbestellt und deshalb ins Büro geliefert worden. Ich saß also mit Wehen im Auto, während der Göttergatte schnell die Sendung abholte, um das große Kind während des vorauszusehenden ohne-Mama-Wochenendes zu beschäftigen. 

Vor wenigen Wochen erschien nun Band 5 und ist natürlich schon längst mindestens dreimal durchgelesen. Zeit, euch die Serie hier einmal kurz vorzustellen. 

Titelheldin ist die bereits erwähnte Petronella Apfelmus sowie ein Zwillingspärchen – Lea und Luis -, die zufällig zu Nachbarn werden. Die kleine Hexe lebt nämlich in einem alten Obstgarten an einer Mühle, in die die Kinder mit ihren Eltern einziehen und sich hier im Laufe der Geschichten ein neues Zuhause einrichten. Besonders schön finden wir die Verbindung der echten Realität mit der magischen Welt. Das funktioniert ja auch bei Harry Potter ganz prima, nur für diese geschichtenwelt ist unsere Tochter noch zu jung. Petronella und die Kinder erleben nun also allerlei Abenteuer – vom zauberhaften Apfelkuchenrezept über einen magischen Zirkus, cholerischen Ex-Chefs und wilden Wetterkapriolen bis zu frechen Wichtelstreichen und fiesen Waldschratbegegnungen. Mit dazu gehören Petronellas bester Freund, ein Hirschkäfer, sowie die Apfelmännchen, eine Art Stockmänner-Gruppe mit Hausmeisterfähigkeiten. Im Grunde geht es um Freundschaft, Mut und eine  Portion Magie im Alltag, die wohl jeder gut gebrauchen könnte.

Die Erzählsprache ist super locker-leicht, es liest sich ganz wunderbar vor, gaukelt keine seltsame Jugendsprache vor und auch die begleitenden Illustrationen werden vom Kind ausgiebig studiert. Wir sind jedenfalls restlos begeistert und hoffen auf noch weitere Apfelhexenabenteuer. 

Autorin: Sabine Städing 

Illustrationen: Sabine Büchner 

Petronella Apfelmus 

Band 1: Verhext und festgeklebt.

Band 2: Zauberschlaf und Knallfroschchaos.

Band 3: Schneeballschlacht und Wichtelstreiche.

Band 4: Zauberhut und Bienenstich.

Band 5: Hexenbuch und Schnüffelnase.

Die Einmischer.

Letztens, es war ein Sonntag Abend und ich kam mit den Kindern vom Besuchswochenende, mussten wir noch schnell im Bahnhofssupermarkt eine Kleinigkeit besorgen. Die Kassen wie immer mit ewig langen Schlangen, denn immer(!) wollen alle sonntags einkaufen. Aber warum auch nicht, wenn es denn geht in der großen Stadt. Natürlich ist anstehen und warten blöd. Fand auch das Baby irgendwann und wurde quengelig. Aus der Nachbarschlange ließ ein Kommentar tatsächlich nicht lange auf sich warten: (Richtung Baby) „Ach du ärmstes, kein Wunder, dass du weinst, wenn dich deine Mutter hierher schleppt wegen ein paar Beeren. Früher waren die Kinder um diese Zeit ja schon im Bett, aber früher zählt heute ja nicht mehr.“ Hatte ich im ersten Moment noch vermutet, dass sich jemand ernsthaft sorgt, fühlte ich mich stattdessen an den Pranger gestellt und als schlechte Mutter verurteilt. Äh, hallo?!? Geht’s noch? Was will die denn jetzt von mir??!

Leider bin ich nicht schlagfertig genug gewesen in diesem Moment. Ja, das quengeln ist nicht schön, aber in der Schlange stehen macht niemandem Spaß, erst recht nicht, wenn in einer Trage die Bewegung eingeschränkt ist und man nicht einfach rumlaufen kann. Ja, es war abends. Fünf Minuten nach sechs. Fünfzehn Minuten von zu hause entfernt, wo schon das Abendbrot wartete. Auf Kinder, die sowieso meist kaum vor 20 Uhr schlafen. Kann die Trulla ja nicht wissen, hat sie aber ja auch gar nicht interessiert. Ich werde trotzdem wütend und kann meinen roten Kopf noch fühlen, wenn ich an diese Worte denke. 

Anderer Tag, ähnliches Szenario: Mit einem guten Freund und unseren Kindern sind wir in der Bahn auf dem Heimweg. Es ist ein sonniger, trockener Tag. Die Kinder klettern auf die Sitze, um besser auf dem Fenster sehen zu können. Kniend. Und trotzdem kommt schon kurz darauf eine ältere Dame auf uns zu, um uns zu belehren, dass die Schuhe doch nichts auf dem Sitz zu suchen hätten. Ebenfalls: Äh, hallo?! Ja, waren sie ja auch längst nicht mehr, nur während des Raufkletterns, ohne Dreck zu hinterlassen. :-/ Und trotzdem hielten die Belehrungen an, bis wir zwei Haltestellen später wieder ausstiegen. 

Warum trifft es einen als Mutter (oder Vater?) so, wenn jemand eine Meinung über unsere Erziehung äußert? Sollte man nicht dankbar sein über jeden, der nicht einfach weg schaut? Es hieß doch, für die Erziehung eines Kindes brauche es ein ganzes Dorf. 

Grundsätzlich finde ich es gut, wenn es jemanden interessiert, wenn sich jemand für seine Mitmenschen interessiert. ABER: 1. Der Ton macht die Musik! Eine ehrliche Nachfrage, ob das Kind wegen der eventuellen (!) Müdigkeit jammert, hätte ein positives Gespräch in Gang bringen können. Unterstellungen, Anklagen, sogar Beleidigungen von Fremden sind absolut überflüssig. Selbst wenn ein guter Gedanke dahinterstecken könnte, geht der Schuß einfach mal nach hinten los. 2. Wir sind es auch schlicht nicht mehr gewöhnt, dieses Dorf. Weder als Mutter/Vater, noch als Mitmensch. Fehlt deshalb die Sensibilität, das konstruktive an Kritik? Immerhin hat mich die Dame zum Nachdenken gebracht – allerdings nicht über mein vermeintlichen Fehlverhalten, sondern über ihr Verhalten. 3. Es gibt echt solche Typen, die müssen immer und überall ihren Senf dazugeben und wissen alles besser. Bäh. Und nehmen auch nur ihre Sicht der Dinge wahr. Wollen auch nicht andere Meinungen hören. In anderen Ländern nennt man sie vielleicht Trump? Da hilft nur weghören und drüberstehen. (Und hinterm Rücken ne lange Nase machen oder Zunge rausstrecken … für die Seele!)

Glotz nicht so!

„Mama, sind meine Augen schon viereckig?“ „Oh mein Schatz, lass mich mal schauen. Hmm, für heute machen wir mal lieber aus und gehen ins Bett.“ Tja, die Mär von den viereckigen Augen ist ein Versuch, den Fernsehkonsum beim Kinde einzudämmen. Wo bestimmt schon manche aufschreien – Kind und Fernsehen?!? Ja, meine Kinder dürfen das. Und ehrlich, es gibt Situationen, wo ich mich ernsthaft frage, wie unsere Eltern das damals gemacht haben, so weitestgehend ohne TV (ich armes Ost-Kind!). Zum Beispiel, wenn ich mit den Kindern abends allein bin, das Baby fertig mache und ins Bett bringe, während die Große noch kika schauen darf. Oder wenn draußen kein Wetter ist, und wir keinem Bock auf Matschsachen und auch kein Globetrotter-Goretex-Jahresabo haben. Dann gibt’s auch mal als Highlight ne Runde Kino mit den vorhandenen DVDs. Gut, das sind vielleicht akzeptable Ausnahmen. Trotzdem beichte ich hiermit, dass tatsächlich ein wenig Fernsehen zu unserem täglichen Abendritual gehört. Natürlich pädagogisch vertretbare Sender wie Kika oder SuperRTL. 😉 Cartoons und Kindersendungen sind für mich okay. Manches ist skurril und sehr phantastisch (fliegende Einhörner! Sprechende geisterjagende Hunde! Singende Streifenhörnchen! Drachen!), aber schöne, harmlose Impulse für die kindliche Fantasie. Und wenn mir mein Kind dann altklug erklärt, dass das Wichtigste an Freundschaft ist, such niemals im Stich zu lassen, dann kann es ja nicht so viel Unsinn dabei gelernt haben. 

Wann fing das eigentlich an? Als die Große noch ganz zwergig war, bekam ich von einer Freundin den Tipp, Fingernägel schneiden (viele Eltern kennen diesen Horror der sich windenden Kinder!) mit einer Folge Kleiner Maulwurf plötzlich ganz ruhig zu meistern. Läuft! Dann kam noch die Sendung mit der Maus, und Zack!, war die Bedeutung der großen Kiste im Schrank bzw. des kleinen Tablets auch geklärt. 

Mittlerweile gehören auch kindgerechte Nachrichten und Dokus zum Programm. Ich merke förmlich, wie das wissbegierige Kind das alles wie ein Schwamm aufsaugt und mir dann auch immer brav das Wetter für den nächsten Tag berichtet. So ein bisschen Geografie (Wo leben wir denn?) und Zeitempfinden (Was ist morgen?) schadet ja nicht. Natürlich ergeben sich daraus auch zahlreiche neue Fragen, Stichwort „Mama, weißt du“… 

Aber zurück zu den viereckigen Augen. Denn natürlich will das Kind oft mehr als gut ist. Der rote Ausschaltknopf führt regelmäßig zu Diskussionen und Theater. Hier hilft da leider nicht viel außer hart bleiben und aushalten. Ich will weder die Nacht ewig rauszögern noch gänzlich auf die Erleichterung des „Kind-vorm-Fernseher-parkens“ verzichten. Den richtigen Mittelweg muss jeder für sich selbst finden. Wir lesen nämlich ganz oft auch noch abends vor. Ohne TV. Den Stiefel „Rabenmutter“ ziehe ich mir also nicht an, sondern erziehe mein Kind weiterhin multimedial. Und freue mich heimlich, wenn einige der Kinderserien auch mir Spaß machen 😉 

Wenn nur die Fahrt nicht wär

Gerade sind wir im lang ersehnten Familienurlaub. Und da wir mal richtig raus mussten, weil Oma und Opa uns zu wenig echte Luftveränderung und Abstand vom Alltag verhießen, ist es nun also das Nachbarland geworden, in dem wir uns familiär tummeln. Eigentlich ein Katzensprung mit den sechs Stunden Fahrt – wenn nur die Fahrt nicht wäre. Denn das Baby HASST Autofahren. 

Das Auto an sich ist ihr wahrscheinlich schnurz, aber die Fixierung in der Babyschale ist seit dem Moment, als sie sich krabbelnderweise durch die Welt bewegte, der absolute Horror. Und nun leiden wir mit. Die Rollenverteilung in der Familienkutsche ist bereits soweit angepasst worden, dass ich nunmehr bei der Motte hinten sitze, um rechtzeitig zu intervenieren. Spielzeug, singen, mitschreien, Musik, sogar Spiegel an der Rückbank haben bisher nichts gebracht. Wer jetzt meint, so schlimm kann das doch nicht sein und die beruhigt sich doch irgendwann schon. Äh nee. Es ist schlimmer. Sie beruhigt sich nicht. Sie schreit sich so in Rage, bis sie kaum noch Luft bekommt und total verschwitzt ist. Die Verzweiflung ist greifbar. 😦 

Seit den ersten Anzeichen haben wir alle notwendigen Fahrten möglichst auf die Schlafenszeit gelegt. Blöd nur, dass mit fortschreitendem Alter die Schlafpausen weniger und kürzer werden. Den 8-stündigen Autoweg zum Skiurlaub habe ich größtenteils mit der Bahn bestritten. Überhaupt bin ich seit jeher Fan des ÖPNV und nutze, wo es nur geht, Zug und Bahn. 

Aber jetzt wollten wir doch auch mal wie eine ganz normale Familie gemeinsam in den Urlaub fahren. Mimimimimimi! Ach ja, ganz schlaue Mitmenschen meinen sicher, dass die nächste Kindersitzstufe, nach vorn gerichtet, helfen würde, weil dann können sie ja was sehen. Äh auch nein. Weil zu klein. Unser Kind ist nunmal sehr zart, und ja, den Sitz von Kind 1 haben wir auch schon rausgesucht und getestet. Noch schlimmeres Inferno, falls das überhaupt noch geht. Wir haben so einen mit Fangkörper, und die Motte ragte nur noch mit dem Köpfchen heraus. Da würde ich aber auch heulen! Neuer Kindersitz ist jetzt gerade auch nicht drin. 

Also griffen wir zum letzten möglichen Mittel – und fuhren über Nacht. Zwischen Packlisten, Kofferchaos und Taschentetris war dieses Fahrtthema meine größte Sorge. Und dazu kommt ja auch: Wann denn nun am besten los? Wir konnten ja auch erst mittags in die Unterkunft. Damit wir nicht die halbe Nacht auf einem kalten Autobahnrastplatz im nirgendwo sitzen, entschlossen wir uns zum Start mitten in der Nacht. Dann könnten alle gemütlich daheim einschlafen, wir fahren mal fix rüber und wären morgens da, könnten was frühstücken gehen und dann ins Quartier. Soweit der Plan.

Glücklicherweise hat es doch tatsächlich fast funktioniert. Natürlich ist das Baby beim Umschichten von Bett in Babyschale wach geworden. Aber zu unserer Erleichterung dann so nach ner halben Stunde Fahrt weitgehend ohne Geschrei auch wieder eingeschlafen. Ich musste immer wieder mal stillen, um den Schlaf zu verlängern (wie eben auch im heimischen Bett), aber es hat funktioniert. Freudentanz! Die etwa 10-minütige Fahrt vom Frühstücksort zur Unterkunft war dann wieder völlig normal unter laut brüllendem Protest. Halleluja, das Kind ist wie immer! Wir freuen uns schon auf die Rückfahrt! #Ohrenstöpselsindauchkeinelösung  Diesmal wagen wir mal die erste Nachthälfte als Fahrtzeit. Soll ja angeblich die ruhigere Schlafzeit der Kleinen sein … 

Kuchenliebe in Häppchenform

Bei dem grauen Wetter da draußen habt ihr bestimmt auch alle schon eine Kerze auf dem Tisch stehen und sehnt euch nach Wärme? Also dampft da jetzt auch ne Tasse Tee/Kakao/Kaffee/Glühwein/Grog/Latte-irgendwas vor sich hin. Nun bitte auch noch was hübsches Süßes zum Naschen dazu! Ja, kein Problem, mit unserem derzeitigen Lieblingsrezept im Kuchenbereich. Wir backen oft und gern diese Mini-Muffins.

Sie sind schön fruchtig und fluffig und lassen sich natürlich mit einem netten Topping prima nach jedem Gusto pimpen. Das Rezept ist jetzt auch kein Hexenwerk, deshalb verrate ich es gern. Ihr braucht:

  • 250g Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 200g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillepuddingpulver
  • 75ml Öl
  • 100ml Milch
  • 125g Quark
  • 2 Eier
  • 250g Tiefkühl-Himeeren (es geht natürlich auch andere oder frische Früchte)

Jetzt die Eier trennen, Eiweiß schlagen und zur Seite stellen, Eigelb mit dem Zucker schaumig rühren. Dann Mehl, Backpulver, Puddingpulver, Öl und Milch hinzugeben und verrühren. Den Quark hinzu und schließlich das geschlagene Eiweiß und die Früchte vorsichtig unterheben. Nun rein in die Förmchen (Achtung, weil der Teig sehr auf geht, nur zu zwei Dritteln befüllen) und bei 180°C für etwa 25-30 Minuten backen. Auf die abgekühlten Muffins könnt ihr dann noch ein Topping geben. Ich bevorzuge eine einfache Buttercreme:

  • 175g weiche Butter
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 350g Puderzucker

Einfach auf hoher Stufe lange rühren und natürlich mit Lebensmittelfarbe nach Wahl einfärben. So haben zum Beispiel die Monstermuffins zur Geburtstagsparty eine giftgrüne Haube bekommen, zarte Pastellfarben für die nicht so Farbmutigen gehen natürlich auch. Und dann Zuckeraugen, Früchte, sonstige Kuchendeko drauf und es sieht immer mega aus. Geschmack ist sowieso fein. Und das wichtigste: Nehmt Mini-Muffin-Förmchen! Die Menge reicht locker für zwei Bleche, also um die 50 Stück bekommt ihr raus. Die kleinen Happen sind unwiderstehlich, schnell im Mund (ja, das Papierabgefummel muss natürlich trotzdem sein) und sehen zudem niedlich aus. Wir lieben sie einfach. Mal schauen, welche weihnachtlichen Abwandlungen wir noch kreieren können – habt ihr Ideen? Lasst es euch schmecken und viel Spaß beim Backen!

Hallo Kita-Kind! Gedanken zum Abschied.

Jetzt ist es also soweit. Wie alle Eltern ist für uns auch das erste Jahr mit dir viel zu schnell vergangen. Das ist natürlich die rosarote „Brille des Rückblicks“, denn natürlich gab es oft genug auch Momente, in denen die Zeit mit dir furchtbar anstrengend und lang war. Und wir dennoch eine innige Bindung eingegangen sind. Du hast auf mir und an mir geschlafen, dich an mir genährt, turnst nun an mir herum und bist neugierig auf neue Abenteuer. Jetzt machst du also deine ersten Schritte ohne uns in der Welt. 

Ich bin zerrissen. Ich liebe die Zeit mit dir, wir haben uns doch endlich so richtig aufeinander eingegrooved, eine Routine für unseren Alltag entwickelt. Und nun werfe ich dich Winzling in die Mühlen der Gesellschaft. Du bist nun drin im „System“. Und doch weiß ich, wie sehr du dabei aufblühen wirst. Wie du deinen Weg eben auch im System machen wirst. Wie ich wieder neue Lebensinhalte brauche. (Wie natürlich auch das Konto wieder Normalität will.) Und bisher bist du so offen und freundlich in diese neue Welt eingetaucht, dass ich fast traurig bin, wenn du mich scheinbar nicht brauchst. Doch ich weiß, dass es nicht so ist, dass schwerere Tage kommen werden, und du mich jeden Tag sehnsüchtig in die Arme schließt. 

Und dann sehe ich deine große Schwester, die diesen Weg schon gegangen ist, und nun mit Freude und Freunden tolle Tage in der Kita verlebt. Die sich gerne fördern lässt und neue Dinge lernt. Die schon immer dein Vorbild war. Und ich weiß: Alles wird gut. 

Fröhliche Monsterparty. Einer Feieranleitung.

Im Sommer ist bei uns Zeit für einen Kindergeburtstag. Also, theoretisch, denn rein praktisch ist es in den letzten Jahren fast immer gescheitert oder hat nur in kleiner Familienrunde stattgefunden #alleimurlaub. Dieses Jahr sollte alles anders werden! Endlich eine richtige Party! Diesmal kommen alle Kita-Freunde! (naja, die wichtigsten zumindest 😉 wir wollen ja nicht übertreiben)

Ich liebe ja Mottoparties. Perfekte Gelegenheit also, ein Thema so richtig auszuleben #hatdieletztenjahrejaniegeklappt Wir haben uns für eine Monsterparty entschieden – da gibt es einfach so viele Möglichkeiten, das Thema in allen Varianten unterzubringen. Schon die Einladungen waren monstermäßig – mit Wackelaugen #wichtigstesaccessoire und Monsterzähnchen.

So richtig viele Erfahrungen mit Kindergeburtstagen hatten wir also noch nicht, aber bei den bisherigen Kindergeburtstagsbesuchen endete die Party meist ja doch im Kinderzimmer, egal wie die Vorbereitungen waren. Hier nicht! Hier wird der Plan abgearbeitet! Und deshalb gab’s auch für jeden Gast einen „Monsterpass“. Die Stechuhr des Kindergeburtstags quasi. Bisschen Anreiz soll ja schon sein, die elendig lange vorher vorbereiteten Spielstationen ja auch mitzumachen, und mich nicht alleine mit meinem Kram sitzen zu lassen 😉 Und wenn alles brav absolviert und ein entsprechendes Häkchen gesammelt war, lockte auch noch eine kleine Monster-Mitgebseltüte zur Belohnung.

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Damit es schön symmetrisch auf dem Paß aussah, musste es eine gerade Anzahl von Aufgaben sein. Sechs sind es am Ende geworden, und nein, kein Kind war überfordert. Im Gegenteil – dreiviertel der Aufgaben waren irgendwie innerhalb von anderthalb Stunden erledigt. Puh, und so viel Restnachmittag noch! Es ging aber auch ganz leicht los mit „Monster im Zauberglas“: kleine Sorgenpüppchen, die ich am Deckel eines kleinen Glases festgeklebt habe, dann streuten die Kinder verschieden farbigen Glitter ins Glas, Wasser drauf, zudrehen und fertig. Sportlich wurde es beim Dosenwerfen und Strumpfhosenbowling. Aber das Beste waren die Riesenseifenblasen. Aus den vorbereiteten silbernen Ästen und Faden haben wir gemeinsam die Konstruktion geknüpft, und dann konnten die Kids alles in die Lauge tauchen (perfekt funktioniert hat diese Variante, alternativ klang auch dieses Rezept gut) und schon flogen Monsterseifenblasen über den Hof. Doof nur, dass sich die Fäden nach einer Weile verfitzt hatten – beim nächsten Mal probieren wir das mit Draht aus!

Und sonst so? Gab es noch eine kleine Fotoaktion als Erinnerung mit Kreidemotiven auf dem Boden und wir haben tatsächlich noch was gebastelt. Aus Wäscheklammern und Moosgummi (und vergesst ja nicht die Wackelaugen!!) wurden kleine Schnapp-schnapp-Monster. Zu mehr als einem für jeden haben allerdings die Nerven nicht gereicht (Schere! Kleber! Alle durcheinander!) … Und der Rest der Zeit? Futtern, Kinderzimmer zerlegen, und alle Spiele noch einmal von vorne durch exerzieren. Es war tatsächlich Spaß für alle und die Zeit verging wie im Flug.

Oh, und Monster müssen natürlich auch angemessen gefüttert werden. Neben dem obligatorischen Geburtstagskuchen und Monster-Muffins (mit grünem Zuckerguß und Zuckeraugen) haben wir ganz tief in der Chefkochkiste gekramt. Nicht. Denn ehrlich: Mit ein paar Pommes und Hähnchen-Nuggets sind Kinder mehr als glücklich. Ein bisschen was für’s (Monster-)Auge gab es aber trotzdem.

Unser Fazit: Kindergeburtstag können wir also doch. Jetzt sammle ich schon Ideen für die nächsten Jahre. Jemand ein tolles Motto, das wir unbedingt probieren sollten?