„Mama, sind meine Augen schon viereckig?“ „Oh mein Schatz, lass mich mal schauen. Hmm, für heute machen wir mal lieber aus und gehen ins Bett.“ Tja, die Mär von den viereckigen Augen ist ein Versuch, den Fernsehkonsum beim Kinde einzudämmen. Wo bestimmt schon manche aufschreien – Kind und Fernsehen?!? Ja, meine Kinder dürfen das. Und ehrlich, es gibt Situationen, wo ich mich ernsthaft frage, wie unsere Eltern das damals gemacht haben, so weitestgehend ohne TV (ich armes Ost-Kind!). Zum Beispiel, wenn ich mit den Kindern abends allein bin, das Baby fertig mache und ins Bett bringe, während die Große noch kika schauen darf. Oder wenn draußen kein Wetter ist, und wir keinem Bock auf Matschsachen und auch kein Globetrotter-Goretex-Jahresabo haben. Dann gibt’s auch mal als Highlight ne Runde Kino mit den vorhandenen DVDs. Gut, das sind vielleicht akzeptable Ausnahmen. Trotzdem beichte ich hiermit, dass tatsächlich ein wenig Fernsehen zu unserem täglichen Abendritual gehört. Natürlich pädagogisch vertretbare Sender wie Kika oder SuperRTL. 😉 Cartoons und Kindersendungen sind für mich okay. Manches ist skurril und sehr phantastisch (fliegende Einhörner! Sprechende geisterjagende Hunde! Singende Streifenhörnchen! Drachen!), aber schöne, harmlose Impulse für die kindliche Fantasie. Und wenn mir mein Kind dann altklug erklärt, dass das Wichtigste an Freundschaft ist, such niemals im Stich zu lassen, dann kann es ja nicht so viel Unsinn dabei gelernt haben. 

Wann fing das eigentlich an? Als die Große noch ganz zwergig war, bekam ich von einer Freundin den Tipp, Fingernägel schneiden (viele Eltern kennen diesen Horror der sich windenden Kinder!) mit einer Folge Kleiner Maulwurf plötzlich ganz ruhig zu meistern. Läuft! Dann kam noch die Sendung mit der Maus, und Zack!, war die Bedeutung der großen Kiste im Schrank bzw. des kleinen Tablets auch geklärt. 

Mittlerweile gehören auch kindgerechte Nachrichten und Dokus zum Programm. Ich merke förmlich, wie das wissbegierige Kind das alles wie ein Schwamm aufsaugt und mir dann auch immer brav das Wetter für den nächsten Tag berichtet. So ein bisschen Geografie (Wo leben wir denn?) und Zeitempfinden (Was ist morgen?) schadet ja nicht. Natürlich ergeben sich daraus auch zahlreiche neue Fragen, Stichwort „Mama, weißt du“… 

Aber zurück zu den viereckigen Augen. Denn natürlich will das Kind oft mehr als gut ist. Der rote Ausschaltknopf führt regelmäßig zu Diskussionen und Theater. Hier hilft da leider nicht viel außer hart bleiben und aushalten. Ich will weder die Nacht ewig rauszögern noch gänzlich auf die Erleichterung des „Kind-vorm-Fernseher-parkens“ verzichten. Den richtigen Mittelweg muss jeder für sich selbst finden. Wir lesen nämlich ganz oft auch noch abends vor. Ohne TV. Den Stiefel „Rabenmutter“ ziehe ich mir also nicht an, sondern erziehe mein Kind weiterhin multimedial. Und freue mich heimlich, wenn einige der Kinderserien auch mir Spaß machen 😉 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s