Könnte man so sehen, wenn man an meinem Platz im Büro säße

Seit zwei Wochen bin ich wieder drin in meinem Hamsterrad. Also nein, das ist vielleicht falsch ausgedrückt. Ich tue wieder etwas Sinnvolles? Naja, das letzte Jahr war aber eigentlich auch ziemlich sinnvoll 😉 Also wie auch immer: Ich arbeite wieder! Im Büro und so. Und damit sehen die Tage nun so aus: morgens hoffen, dass man die Chance hat, allein ins Bad zu kommen. Klappt nicht immer, wenn das Babykind zu unruhig ist und an mir kleben möchte. Dann muss sie gleich mit. Sonst habe ich zumindest eine Viertelstunde für mich. Meine 15 Minuten … äh … Ruhm nicht, aber Ruhe. Dann geht’s ans Kinder wecken. Beim Zwerg ein echtes Vergnügen – die wird wach, lächelt, setzt sich hin und los geht’s. Die Motte ist da schwieriger und muss durchaus mit Worten und Kitzeleien aus dem Bett komplimentiert werden. Oft ein Mittel: Der Wettlauf ins Bad. Sie gewinnt IMMER. Der Ladeprozess in der Nasszelle muss mal ein eigenes Kapitel werden, soviel Platz ist jetzt nicht. Irgendwann sitzt dann der weibliche Teil der Familie am Frühstückstisch und das Jonglieren fängt an. Hier nen Tee kochen, dort Marmelade auf die Stulle schmieren, an anderer Stelle Bananenstückchen reichen, wieder anderswo ein eigenes Brot zubereiten, plötzlich Kind auf dem Schoß statt im Kindersitz, nebenan ist die Milch umgekippt, und der Blick auf die Uhr verbreitet innerlich Panik. Zumindest habe ich momentan noch den Deal mit dem Morgenmuffel-Mann, dass er morgens den Familienchauffeur macht und sowohl Kita als auch Büro ansteuert. Das spart wertvolle Minuten, denn trotz Rush hour sind wir so schneller als sonst üblicherweise mit Bahn und Tram. Puh! 

Nächster Akt: Anziehen 😭 Wer hat nochmal kalte Jahreszeiten erfunden, wo man so viele Klamotten und Schuhe anziehen muss? Die Kinder gebärden sich täglich, als werden sie gefoltert. Alleine anziehen ist sowieso Utopie aus dem Erziehungsratgeber. Zum Glück haben wir erstens verständnisvolle Nachbarn (weil auch Eltern) und zweitens gibt es auch immer wieder mal Lichtblicke, in denen die Gören schicksalsergeben mitspielen. Ich habe noch Hoffnung, dass die Schulzeit entspannter morgens wird … 

Einmal on the road, flutscht dann alles. Hatte ich nicht letztens noch vom Drama Autofahren berichtet? Hier herrscht große Erleichterung, denn ein neuer Kindersitz hat endlich, endlich Abhilfe geschaffen und jetzt macht das Baby sogar fast einen glücklichen Eindruck beim fahren. *tausendsteinefallenvomherzen 

Mit dieser Variante schaffe ich es tatsächlich pünktlich ins Büro, um hier mein zweites Leben zu absolvieren. Ehrlich, ich gehe gern arbeiten. Ich habe ein wundervolles Team, tolle Chefinnen, einen Job der mir wirklich Spaß macht, eine echt leckere Kantine (nach einem Jahr ständigem selbst-versorgen-müssen weiß ich das WIRKLICH zu schätzen!) und spannende Projekte. Yeah! Und ich fühle mich gut dabei. Ich weiß meine Kinder in besten Händen, unsere Kita ist große Klasse. Eigenbetreuung bis zum Kindergarten oder gar bis zur Schule ist definitiv nicht mein Ding. Ich liebe ja meine Kinder, aber das ständige fordern kratzt zuweilen auch an meinen Nerven. Und ich könnte sie nie so fördern, wie sie es mit gleichaltrigen unter professioneller Begleitung erfahren. Also tu ich das, was ich kann und mag. Und nicht zu vergessen: der finanzielle Aspekt, denn working mom will sich ja auch mal was leisten. 😉 Trotz großer Arbeitsliebe und viel zu tun, bin ich für eine Weile noch Teilzeit für 30 Stunden. Das gibt mir ein gutes Gefühl, für meine Kinder doch noch Zeit übrig zu haben, und gleichzeitig genug Raum, mich auch beruflich auszuleben. Und wenn sich alles eingegroovt hat, bin ich auch wieder fulltime working mom. Aber noch genieße ich es, schon am Nachmittag zu gehen (zu meiner „zweiten Schicht“) und versuche dabei, kein schlechtes Gewissen zu haben, weil die anderen noch mittendrin sind im work flow. 

Denn auch bei mir ist der Nachmittag nicht Feierabend. Kinder holen, Einkäufe erledigen, Termine absolvieren, Kinder bespaßen, das richtige Essen zur richtigen Zeit servieren (tägliche Gratwanderung!), optisch und mental den Schlafmodus beim Nachwuchs forcieren, über die Anzahl der möglichen yakari-Folgen verhandeln, stillen, vorlesen, den Tisch und die Sachen für den nächsten Morgen vorbereiten und vielleicht auch nochmal mit dem Mann kommunizieren. Okay, das übliche halt. Nennt sich Familie. Und es ist toll, wenn dann endlich gegen neun Ruhe einkehrt, ich zu kaputt bin für Dinge, die eigentlich noch zu erledigen wären (Notiz: Muss dringend Netflix abonnieren), und dann irgendwie doch mit den Kindern ins Bett falle. Zum Glück ist das Baby ein recht guter Schläfer und unterbricht die Nächte wenig und kurz. Aber noch ist jede Nacht erträglich und mit Schlaf verbunden. Hurra – bis das Spiel von vorn los geht. Täglicher Wahnsinn also. Kennt ihr? Darauf ne Ghetto-Faust*.
*Da gibt’s bestimmt auch ein Wort in Jugendsprache dafür, muss ich mal recherchieren …😂

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